
Kein anderes Quartier in Longyearbyen bietet Ihnen auch nur annähernd so gute Möglichkeiten für arktische Tierbeobachtungen, wie Longyearbyen Camping. Die Tundra, die vorgelagerte Vogellagune und direkt dahinter der Fjordstrand und das Meer: verschiedene Ökosysteme spielen hier zusammen und locken eine Vielzahl von Tierarten an.
Die Lagune vor dem Campingplatz zählt zu den besten Plätzen für Vogelbeobachtung (mehr hierzu unten auf dieser Seite).
Hier stellen wir Ihnen in Bildern einige der Wirbeltierarten vor, die Sie mit guter Wahrscheinlichkeit während eines mehrtägigen Aufenthaltes auf Longyearbyen Camping mit etwas Aufmerksamkeit auf dem Platz oder in nächster Nähe beobachten können (natürlich auch jahreszeitabhängig). Vom Servicegebäude aus bietet sich ein geschützter und guter Überblick über Tundra und Lagune. Die Übersicht häufiger auftretender Arten ist nicht vollständig - und dazu kommt eine Reihe weiterer Arten, die hier gelegentlich auftauchen.
Für Vogel- und Naturfreunde sowie Naturphotographen ein besonderer Leckerbissen: die sich vor dem Campingplatz zwischen Küstenstraße und eigentlichem Strand erstreckende Vogellagune. Besonders komfortabel und aus erhöhter Warte läßt sie sich durch die großen Panoramafenster des Service-Gebäudes überblicken - oder Sie halten vom Straßenrand aus Ausschau nach den verschiedenen hier anzutreffenden arktischen Vogelarten.
Die Lagune - in den 1970er Jahren künstlich im Zusammenhang mit dem Flughafenbau entstanden - wurde seitdem rasch von einer Vielzahl von so vielen arktischen Vogelarten als sommerlicher Lebensraum entdeckt und angenommen, daß der örtliche Feldornithologische Verein im Herbst 2008 mit Fördermitteln des Svalbard Umweltfonds weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Vögel in der Lagune durchführte: nach Ende der Vogelsaison wurde die Lagune teilweise vertieft und das dabei gewonnene Material zur Schaffung weiterer Brutinseln in der Lagune genutzt. Da der Wasserspiegel der Lagune im Laufe des Sommers fällt, wenn der das Wasser stauende Frost im Strandwall langsam tiefer auftaut, sorgt die Vertiefung der Lagune dafür, daß die Inseln auch am Ende der Brutzeit noch von tieferem Wasser umgeben sind, wodurch sich die Überlebenschance der Brut gegenüber dem Eisfuchs (Polarfuchs) erhöht.
Die im Sommer oft an der Lagune anzutreffenden Vogelarten sind: Dreizehenmöwe und Küstenseeschwalbe in größeren Zahlen, darüber hinaus Weißwangengänse, Meeresstrandläufer, Sandregenpfeifer, Eiderenten, Spießenten, Eismöwen, Schmarotzerraubmöwen, Schneeammer. Ein Teil dieser Arten brütet hier auch, andere kommen hierher zur Nahrungssuche, zum Baden im nur schwach salzhaltigen Lagunenwasser oder zum Trinken. Nicht alle Arten sind hier den ganzen Sommer: die Gänse etwa sind eher in der zweiten Sommerhälfte anzutreffen, zusammen mit den Jungen nach Verlassen des Nestes. Dafür halten sie sich hier länger auf, wenn andere Arten schon längst wieder nach Süden abgeflogen sind.
Hinzu kommen Arten, die sich eher in der Nachbarschaft der Lagune aufhalten - auf dem Meer oder auf der Tundra.
Auch der Eisfuchs gehört natürlich zum arktischen Ökosystem und zu den spannenden Tierbeobachtungsmöglichkeiten am Campingplatz - da die neu geschaffenen Inseln jedoch überwiegend zusätzliche Brutplätze bieten, wird der Fuchs auch in Zukunft im Lagunenbereich seinen Teil an Beute finden. An einem Schwarm wütend auf ihn herunterstoßender Seeschwalben ist seine Gegenwart auf der Suche nach Nahrung schon aus größerer Entfernung zu erkennen.
Guter Beobachtungsort:
Auch von Einheimischen oder Touristen aus anderen Quartieren in Longyearbyen wird die Lagune wegen ihrer interessanten Beobachtungsmöglichkeiten häufig angesteuert - diese sind jedoch auf eher zufällige Beobachtungen begrenzt. Die Gäste des Campingplatzes hingegen können die Lagune weitaus kontinuierlicher im Auge behalten und entsprechend besser sind ihre Chancen auf interessante Beobachtungen und gute Fotos.
Günstig: die Tiere sind Verkehr auf der Uferstraße gewohnt - und von dieser aus ist die Lagune hervorragend zu überblicken.
Der örtliche Feldornithologische Verein hat an der Lagune und der Wand des Campingplatz-Servicegebäudes mehrere Informationstafeln (Norwegisch-Englisch) angebracht, die zum einen bei der Identifizierung der typischsten Vogelarten helfen und über diese informieren. Zum anderen weisen diese aber auch darauf hin, wie man sich verhalten soll, um die Vögel zu beobachten und gleichzeitig möglichst wenig zu stören. Beachten Sie, daß das Stören von Tieren, insbesondere leicht vermeidbares und absichtliches Stören, darüber hinaus in Spitzbergen auch strafbar ist. Hierzu zählt z.B. gezieltes Anpirschen und Aufscheuchen von Vögeln für Fotozwecke, o. ä..
Wichtige Grundregeln zum Schutz der Tierwelt:
• Stören Sie keine Wildtiere (auch Vögel) auf und unterlassen Sie insbesondere das Verfolgen sich zurückziehender Tiere. Wiederholtes Beunruhigen kostet die Tiere Energie und behindert sie bei Nahrungssuche und Aufzucht während des kurzen Sommers - und auf den dabei entstehenden Fotos ist zumeist leicht zu erkennen, daß hier ein Tier gestört wurde: sehr unprofessionell. Natürliche Tieraufnahmen gelingen nur mit viel Geduld, etwas Glück und aus so großer Distanz, daß sich das Tier nicht gestört fühlt und natürlich verhält. Hierzu sind in der Regel entsprechend starke Objektive nötig. Der negative Klassiker ist der Tourist, der mit seiner Kompaktkamera einem sich gestört zurückziehenden Rentier folgt und hinterher ein Dutzend wenig ansprechende Hinterteilfotos gesammelt hat. Derartige Belästigung von Tieren ist übrigens auch strafbar.
• Minimieren Sie Vogelattacken. Insbesondere die Küstenseeschwalben attackieren und "bombardieren", wenn man ihren Gelegen oder Jungen zu nah kommt, wobei dieser Nachwuchs durch gute Tarnung kaum zu sehen ist. Die Angriffe dienen nicht der Unterhaltung oder dem Ärgern und sind auch kein Schaufliegen für rücksichtslose Photographen, sondern die Alttiere verbrauchen hierbei viel Energie, um mit diesem Instinktverhalten Eindringlinge aus der Nähe der Brut zu vertreiben. Diese Energie ist während der Brutzeit schwer zu ersetzen - und gleichzeitig kühlt die Brut aus bzw. ist eventuell anderen Räubern ausgesetzt. Überraschende Angriffe lassen sich nicht immer vermeiden, aber schnell und rücksichtsvoll beenden, indem man sich rasch entfernt - angegriffen wird nur in einem verhältnismäßig kleinen Bereich um die Brut. Schlagen Sie nicht nach den Vögeln - ein gebrochener Flügel bedeutet den Hungertod des Vogels und eventuell auch der Brut, Schädigung der Vögel ist darüber hinaus auch strafbar. Eine wirksame Abwehr gegen Hackattacken ist ein RUHIG über den Kopf gehaltener Stock oder ein rasches Kreisen mit der Hand über dem Kopf: der Vogel greift immer den höchsten Punkt an, wenn dies Ihr Finger ist, sorgt das Kreisen dafür, den Vogel ausreichend zu irritieren, sodaß Sie keinen Hacker auf den Finger bekommen sollten. Gegen Bombardement hilft allerdings keine dieser Maßnahmen, nur rascher Rückzug. Aktivität auf der Straße selbst müssen die Vögel akzeptieren - einzelne Paare, die direkt am Straßenrand oder gar auf der Straße selbst zu brüten versuchen, haben Pech.
• Halten Sie sich von entdeckten Gelegen, Nestern und Jungen fern. Nicht alle Arten attackieren, manche bleiben stattdessen sogar regungslos auf dem Nest sitzen, sind jedoch trotzdem gestresst und fluchtbereit. Panische Flucht in letzter Minute kann Eier beschädigen, vorübergehend verlassene Nester sind anderen Jägern ausgeliefert.
• Spitzbergens Naturschutz beginnt schon zuhause: Wer gute Tierbilder von der Reise mitbringen will, sollte auch eine entsprechend professionelle Ausrüstung dabei haben, die Beobachtung und Fotografie aus Entfernungen gestattet, aus denen eine Störung weitestgehend ausgeschlossen werden kann. Zu schlechte Objektive durch näheres Anpirschen und Beunruhigen auszugleichen, ist kein umweltfreundliches Verhalten - und führt häufig zu unprofessionellen Bildern, auf denen selbst Laien teilweise erkennen, daß dafür die Tiere beunruhigt wurden: kein Ruhmesblatt für den Fotografen.
• Kein Füttern von Wildtieren (auch nicht "nur einmal für´s Foto"): Spitzbergens Natur ist noch vergleichsweise intakt. Aus prinzipieller Sicht ist Füttern stets ein verfälschender menschlicher Eingriff in natürliche Abläufe und daher verboten. Aus rein praktischer Sicht nimmt Füttern den Tieren die letzte Scheu - mit unerfreulichen Konsequenzen: Eisfüchse, die normalerweise Zelte in Ruhe lassen, kommen dann eventuell auf die Idee, in diese einzudringen, und auch etliche Vogelarten können durch Füttern dazu animiert werden, sich in unerfreulicher Weise mit Zelten und anderen Ausrüstungsteilen zu beschäftigen. Bei den Füchsen kommt durch Füttern neben der Verleitung zum Anrichten von Schäden das potentielle Risiko (Biß, Speichel an Geschirr und Lebensmitteln) von Krankheitsübertragungen (Tollwut, Fuchsbandwurm) hinzu.
Die wichtigsten zusätzlichen Regeln an der und um die Lagune:
• Halten Sie sich ausschließlich auf der Küstenstraße auf, bleiben Sie also außerhalb des Geländes zwischen Straße und Lagune - die Vögel sind an Aktivität auf der Straße einigermaßen gewohnt, nicht jedoch im näheren Lagunenbereich.
• Weg zum Strand: Der auf der Karte auf den Informationstafeln markierte Damm kann benutzt werden, um durch den Lagunenbereich zum Strand zu gelangen (Kajaks, Baden, etc.) - jedoch möglichst nur zwecks Passage, nicht zum Verweilen auf dem Damm.
• Strandaktivitäten sollten auf den Bereich möglichst nah am genannten Damm begrenzt werden, damit die Vögel den größten Teil des Strandes vor der Lagune ohne Störungen als Bindeglied zwischen Lagune und Meer haben. Von längeren Strandspaziergängen vor der Lagune sollte daher abgesehen werden.